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30.05.2017

Wein aus extremen Lagen

Weinbau auf über 1.000 Metern Meereshöhe zählt für diese drei Südtiroler Winzer zur täglichen Realität

Die Klimaerwärmung und ihre Folgen. Darüber wird in der Südtiroler Weinszene heiß diskutiert, und zwar besonders die Frage, ob der Weinbau in höhere Lagen ausweichen kann. In diesem Zusammenhang rücken jene Weinproduzenten verstärkt in den Fokus, die das schon seit Jahren tun: nämlich Wein in extremen Höhenlagen anzubauen - und deswegen zu den Pionieren auf diesem Gebiet zählen.

Wie das Weingut Tiefenbrunner. Bereits 1972 pflanzte Herbert Tiefenbrunner Müller-Thurgau-Reben auf 1.000 Metern Meereshöhe am südlichen Unterfennberg. Er kannte die Vorzüge der frühreifen Weißweinsorte und war überzeugt „kein Versuchs- sondern ein Ertragsweingut zu schaffen“. Dank ungemeinem Pioniergeist und im Laufe der Jahre gesammelter Erfahrungen konnten auch herbe Rückschläge bewältigt werden: So musste nach dem extrem trockenen und kalten Winter von 1980/81 der gesamte Weinberg neu angelegt werden. Heute zählt der Feldmarschall von Fenner Müller-Thurgau zu den Prestigeweinen des Weinguts.

Den zurzeit höchsten Weinberg Südtirols bewirtschaftet der Weinhof Calvenschlössl in Laatsch im Vinschgau. Aus 1.340 Metern Meereshöhe, an den steilen Südhängen des Kloster Marienbergs in Burgeis, lässt die Winzerfamilie Van den Dries seit 2013 pilzresistente Rebsorten reifen. Damit wird die eingeschlagene Philosophie des nachhaltigen ökologischen Weinbaus weitergeführt, die sich schon in den anderen, ebenfalls hohen Lagen des Weinguts bewährt hat. „Kühle Nächte und heiße Tage sorgen für Trauben mit hohen Zuckerwerten, einer markanten Säure und einem unvergleichlich fruchtigen Aroma“ freut sich die junge Winzerin Hilde Van den Dries.

Dass höhere Lagen besondere Weine wachsen lassen, davon ist auch Franz Haas überzeugt. Licht- und Luftverhältnisse, Bodenbeschaffenheit und die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht beeinflussen die Eigenschaften des Weins. 2012 pflanzte der Südtiroler Weinproduzent traditionelle Rebsorten in einen neuen Weinberg auf 1.150 Metern Meereshöhe beim Eggerhof in Aldein – und die gelesenen Trauben entsprachen seinen hohen Erwartungen. Besonders der neue Blauburgunder aus diesen Lagen ist vielversprechend. „Unsere Zukunftsprojekte sehen vor, dass wir in Höhenlagen zwischen 900 und 1.100 Metern weitere 10 ha auf unterschiedlichen Bödenarten anpflanzen werden“, lautet Franz Haas‘ Antwort auf die derzeitige Diskussion.
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