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08.03.2017

Warum die Reben „bluten“

Im Frühling lässt der Rebstock seine Selbstheilungskräfte spielen

Ein Blick in den Kalender begleitet von ansteigenden Temperaturen macht deutlich: Der meteorologische Frühling hat begonnen und die Natur erwacht aus dem Winterschlaf.

Für Südtirols Weinbauern ist diese Zeit mit häufigen Besuchen im Weinberg verbunden, das Biegen und Binden der Reben steht an. Dabei werden die Fruchtruten nach unten gebogen und gebunden, die Rebe wird sprichwörtlich in Form gebracht, um eine gleichmäßig Verteilung der Triebe zu erreichen. Die milde Witterung im Frühling kommt diesem Arbeitsschritt zugute, da es das Brechen der Ruten beim Biegen verhindert.

Am Rebstock selbst kann man im Frühling ein besonderes Schauspiel beobachten: Die Rebe „blutet“ als Folge des Rebschnitts, der im Januar und Februar von den Winzern durchgeführt wird, um ein hochwertigeres Lesegut zu erreichen. Durch die zunehmende Wärme im März und April tritt an den Schnittstellen Saft aus, die „Rebträne“ - ein Zeichen, dass sich der Rebstock selbst heilt. Die enthaltenen Inhaltstoffe wirken desinfizierend, vermeiden das Eindringen von Bakterien und verschließen schlussendlich die Schnittwunde.

Auch in der Medizin ist die heilende Wirkung der sogenannten „Rebträne“ bekannt. So berichteten unter anderem Plinius der Ältere (etwa 23–79 n. Chr.), oder auch Hildegard von Bingen (1098–1179), in ihren Schriften über die „segensreichen Eigenschaften“ der Rebtränen und deren Nutzen für die Menschen bei mancherlei Krankheiten.
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