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28.02.2020

Von Brauchtümern und Traditionen

Heilige, Schutzpatrone und Festlichkeiten im Jahreskreislauf

Seit 3.000 Jahren kennzeichnet der Wein das Südtiroler Landschaftsbild, beeinflusst die Südtiroler Kultur und ist in stetigem Wandel. Trotz der bewegten Südtiroler Weingeschichte hat manches festen Bestand: Festlichkeiten, die in jedem Jahr neu gefeiert werden, alte Bräuche und der Glaube an die Schutzpatrone.

Auftakt des Bauernjahres bildet die Lichtmess am 2. Februar, die das Licht nach dem langen Winter symbolisch zurückbringt. Für das Wachstum und die Vegetation ausschlaggebend sind die Eisheiligen Mitte Mai. Von 12. bis 15. Mai, wenn Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie ihren großen Auftritt haben, ist es für die Winzer in Südtirol besonders spannend. Es ist jene Zeit in der sie für gutes Wetter beten und auf einen intensiven Mairegen hoffen, der das Wachstum der Reben fördert. Ein paar Wochen später, am 25. Mai, folgt die Urbansnacht in Terlan. Ein Fest zu Ehren des Hl. Urbans, dem Schutzpatron der Weinberge, des Weins und der Fassbinder. Neben Festlichkeiten in der Kirche werden die Weingüter in diesem Zeitraum gesegnet. Anschließend werden die Weine der Kellereien verkostet und typische Südtiroler Gerichte dazu probiert.

Der nächste Höhepunkt im Jahreskreis ist die Lorenzinacht am 10. August. An diesem Abend bieten die Kellereien und Weinbauern rund um Bozen ihren Wein unter den Bozner Lauben zur Verkostung an.

Herbst ist Genusszeit! In Südtirol gehört dazu das Törggelen, das eng mit der Tradition des Weines verbunden ist. Früher wurde der neue Wein im Gärkeller verkostet, wo auch die sogenannte „Torggl“, also die Weinpresse stand. Dazu wurden Freunde und Verwandte eingeladen, um gemeinsam eine Marende mit Speck, Erdäpfeln, Hauswürsten und Kraut zu verkosten. Eine weitere Veranstaltung im Herbst ist das Erntedankfest. Wie es der Name bereits verrät, wird zu diesem Anlass für die Ernte gedankt. Bei der Prozession mit Erntedankkrone werden Brot, Gemüse und Obst gesegnet. In Weingegenden wird die Erntedankkrone mit dem Weinheiligen Urban geschmückt.

Mit Martini – also dem 11. November – kündigt sich der Winter an. Der Zeitpunkt des Jahres, an dem Hirten, Senner und Erntehelfer ihren Lohn erhielten. Zwischen Martini und Kathrein, dem 25. November, besuchten die Bergbauern ihre Kollegen im Tal. Als Dank dafür, dass die Kühe auf den Almen der Bergbauern den Sommer verbringen durften, wurde der frische Wein verkostet und dazu eine typische Marende gereicht. Ihnen kommt das bekannt vor? Die Ursprünge des Törggelens gehen darauf zurück.

Tipp:
Ab dem 11. November können die übriggebliebenen Früchte und Trauben von den Bäumen und Reben geholt, gegessen oder mitgenommen werden. In Südtirol bezeichnet man diesen Brauch als „spiegeln“.
Noch eine Kostprobe?
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