Südtiroler Sagen und Weingeschichten

Von heimlichen Kellern und flinken Zwergen

Just zur Weinlese trieben immer wieder Zwerge (Weinnörggelen) ihr Unwesen, stahlen den neuen Wein und ließen ihn sich schmecken. Kostete doch ein Liter Wein im Mittelalter so viel wie ein Taglöhner am Tag verdiente. Winzer, Weingutsbesitzer und Kellermeister hüteten deshalb ihren „Schatz“ vor den allgegenwärtigen durstigen Dieben.

Die „Nörggelen“ lehrten aber auch Weinpanschern das Fürchten. Beim Wunsch in heimlichen Kellern den Weinvorrat nie versiegen zu lassen, wurden sie von den Sagenhelden entlarvt und bestraft.

Erlebenswert

Die Sage will, dass auf der Haderburg oberhalb von Salurn ein Ritter hauste, der gerne mit den Nörggelen zechte. Sein Weinkeller war gut gefüllt, denn eine Inschrift besagte: „Die Haderburg wird sicher sein, solange sie birgt Salurner Wein.“ Und tatsächlich wurde die Burg nie durch Feinde zerstört. www.castelfeder.info

Die Eppaner Eislöcher, zu denen eine einfache Wanderung führt, überraschen durch ihr Mikroklima: Auf 500 Meter Meereshöhe gedeihen hier Pflanzenarten, die sonst nur im kühlen Hochgebirge zu finden sind. Die Sage erzählt von einer verschütteten Stadt, deren Weinfässer in den Eislöchern versteckt sein sollen. www.eppan.com

Im Weingut Tiefenbrunner in Entiklar verzaubert seit dem 19. Jahrhundert ein Märchengarten die Besucher. Josef Tiefenbrunner selbst (1828-1907) gestaltete die Figuren aus der griechischen Mythologie, aus biblischer Urzeit und der Südtiroler Sagenwelt, die dort ein barockes Eigenleben führen. www.tiefenbrunner.com


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