Klöster nördlich der Alpen kauften Weingüter in Südtirol, um ihren Bedarf an Tisch- und Messwein zu decken. Oft ist von Schenkungen die Rede. Die Südtiroler wollten sich wohl ihr Seelenheil erkaufen. Um 1300 sollen 40 süddeutsche Klöster Wein von ihren Südtiroler Höfen nach Norden gekarrt haben. Auch die Bischöfe von Brixen und Trient sowie lokale Klöster investierten in den Weinbau. Belesene Klosterkellermeister bauten den Wein dann fachmännisch aus. Lange war es also das Wissen der Klöster, das den Südtiroler Wein verfeinerte. Noch heute zählen die Kellereien der Klöster zu den besten des Landes.

Erlebenswert

Seit der Gründung 1142 wird im Kloster Neustift bei Brixen von den Augustiner Chorherren Wein gekeltert. Stiftsführungen nehmen mit auf eine Reise in die Geschichte. Nach Voranmeldung sind auch Verkostungen im Stiftskeller möglich. www.kloster-neustift.it

Augustiner Chorherren bauten eine frühe Burg am rechten Fleck - „Cheller“ (Keller) hieß die Gegend um Kloster Muri Gries in Bozen einst – zum Kloster um. Als 1845 die aus dem Kloster Muri in der Schweiz vertriebenen Benediktiner einzogen, erweckten sie den Weinbau zur Blüte. www.muri-gries.com

1991 pachtete die Kellerei Von Braunbach die still gelegte Weinkellerei des Deutschorden-Klosters in Siebeneich bei Terlan und keltert seitdem auch die Lagreintrauben des Klosters ein. Das historische, mit modernen Elementen belebte Ensemble - um 1200 ein Geschenk des Brixner Bischofs - hat seine kontemplative Aura bewahrt. www.braunbach.it