Die rege Handelstätigkeit in Bozen, bei der deutsche und italienische Lebensstile aufeinander trafen, nahm Einfluss auf die Gesellschaft in Südtirol. Das spiegelt sich auch in der Architektur im Weinanbaugebiet südlich von Bozen wider. Zwischen 1550 und 1650 entstanden dort Weinhöfe und Ansitze, deren Formen als Überetscher Baustil bezeichnet werden und Elemente der deutschen Gotik und der italienischen Renaissance vereinen: Erker, Loggien, Freitreppen, Doppelbogenfenster. Längst haben Südtiroler Architekten die alten Baumeister aus Venedig und der Lombardei abgelöst und einen eigenen zeitgemäßen Stil entwickelt, der sich auch bei Weinkellereien in der Verschmelzung von neuen Ideen mit Altbauten zeigt.

Erlebenswert

Die historischen Weindörfer an der Südtiroler Weinstraße bestechen durch Flair und einheitlichen Baustil: So hat Eppan die höchste Dichte an Ansitzen und Burgen in Europa, wirkt Margreid mit den vielen Torbögen urban und über Girlan wird gemunkelt, es sei durch seine Weinkeller unter der Erde größer als darüber. www.suedtiroler-weinstrasse.com

Die Initiative „wein.kaltern“ erzählt Geschichten von Höfen, Kellereien und Plätzen aus dem Südtiroler Weindorf. Das „winecenter“ an der Ortseinfahrt macht diese Geschichten lebendig. www.winecenter.it

Die Fassade der Kellerei Schreckbichl in Girlan erinnert in Material und Gestaltung an Eichenholzfässer und verleiht der Kellerei ein passendes Bild. www.schreckbichl.it

Herzstück der umgebauten Kellerei Terlan ist der mit fein und grob behandelten Steinplatten ausgekleidete Porphyrkeller. www.kellerei-terlan.com

Die Kellerräume des Weinguts Manincor bei Kaltern wurden unterirdisch in den Weinberg gebaut. Nur der Verkostungsraum und der Verkaufspavillon sind oberirdisch angelegt – hier vereinen sich Weingenuss und Baukunst mir einem hinreißenden Blick auf den Kalterer See. www.manincor.com 

Markant, eckig, eigenwillig - wie zwei Arme, die in Form und Farbe an Reben erinnern, greifen die Vinothek und der Verkostungsraum der Kellerei Tramin in die Landschaft. www.kellereitramin.it

2012 erhielt mit dem Weingut Pfitscher in Montan erstmals eine Weinkellerei die KilmaHaus Wein Zertifizierung. Dieses Qualitätssiegel macht die Bemühungen in Richtung Nachhaltigkeit sichtbar, bewertet werden dabei unter anderem die Umweltverträglichkeit, die Energieeffizienz sowie der Komfort für Arbeiter und Besucher. www.pfitscher.it

Weitblick beweist ab März 2013 die Meraner Kellerei. Der verglaste Pavillon im Obergeschoß des Gebäudes erlaubt Besuchern ungetrübte Sicht auf die Weinberge im Meraner Becken. www.kellereimeran.it

Beim Weingut Kobler in Margreid wurde der Weinraum wie eine Schatulle in das bestehende Gebäude geschoben. Das räumliche Konzept, die Materialität und die Farbwahl sind vollkommen auf das Thema Wein fokussiert. www.kobler-margreid.com

„Die Natur in die Räume hineinbringen“, das war das Ziel von Alois Lageder für den Neubau des Kellereigebäudes im historischen Ansitz Löwengang. 1995 in Betrieb genommen, wird das Projekt mit seinem Fokus auf nachhaltiger Bauweise, baubiologischen Materialien und erneuerbaren Energien bald zum Vorreiter für moderne Architektur in Südtirol. www.aloislageder.eu

Mit dem erneuerten Kellereigebäude ist in der Verknüpfung des historischen Bestandes mit den hohen Anforderungen des modernen Weinkelterns ein architektonisch ansprechender Gebäudekomplex entstanden, der Ausdruck ist für alles, wofür die Kellerei Nals Margreid steht. www.kellerei.it