Weißweinsorten

Weissburgunder
Weissburgunder
Der Weißburgunder soll von Erzherzog Johann von Österreich 1852 erstmals in Südtirol kultiviert worden sein. Nachdem sich die Sorte prächtig entwickelte, wurde sie – neben Gewürztraminer und Sauvignon Blanc – zur weißen Leitsorte der Region.

Mit elegantem Apfelduft und belebender Säure ist der Weißburgunder der perfekte Wein für jeden Tag. Um seine Fruchtfinesse unverfälscht in die Flasche zu bringen, setzen die Kellermeister das Eichenfass beim Ausbau zurückhaltend ein.
Anbaufläche: 475 ha (9,17% der Gesamtfläche)
Anbaugebiet: in allen Weinbauzonen mit Ausnahme des Eisacktals
Erziehung: Pergel und Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: am besten in mittleren Lagen, 400-600 m ü.d.M.
Synonyme: Pinot Bianco, Pinot Blanc
Serviertemperatur: 10-12 °C
Empfehlung: leichte Vorspeisen, Fisch, Knödelgerichte
Chardonnay
Chardonnay
Der Chardonnay – genotypisch verwandt mit den Burgundersorten – erlebte im Südtirol der 80er Jahre einen gewaltigen Aufschwung und zeigt dort bis heute seine klassischen Qualitäten.
Er überzeugt durch seine feine Säure und sein elegantes Aromenspiel von Ananas, Bananen, Äpfeln, Birnen, Zitrusfrüchten, Vanille und Butter. Das Angebot reicht von frisch-fruchtigen, geradlinigen Stahltank-Versionen bis zu komplexen, lagerfähigen Selektionen, die in Barriques vergoren und auf der Feinhefe ausgebaut werden.
Anbaufläche: 494 ha (9,55% der Gesamtfläche)
Anbaugebiet: vor allem Unterland, Überetsch, Bozner Talkessel und Etschtal
Erziehung: Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: vorwiegend kalkhaltige Schotterböden
Synonyme: Gelber Weißburgunder, Morillon (Steiermark)
Serviertemperatur: 10-14 °C (Barrique-Version)
Empfehlung: Fisch und Meeresfrüchte, helles Fleisch, Risotto, Käsenocken
Pinot Grigio
Pinot Grigio
Er stammt aus der großen Burgunderfamilie und gilt als einer der edelsten Weißweine überhaupt.
Der Pinot Grigio ist ein vollmundiger, extraktreicher Weißwein mit blumig-warmem Duft und zeigt je nach Anbaugebiet unterschiedliche Charakteristiken. Das Spektrum reicht von den feingliedrig-frischen Vertretern im Vinschgau über eher mineralische Weine im Etschtal bis zu feurig-stoffigen Gewächsen in Bozen und im Überetsch.
Anbaufläche: 585 ha (11,3% der Anbaufläche)
Anbaugebiet: in allen Anbaugebieten, hauptsächlich aber im Unterland und Überetsch
Erziehung: Pergel und Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: Schwemm- und Schotterböden
Synonyme: Grauburgunder, Pinot Gris
Serviertemperatur: 10-14 °C (Barrique-Version)
Empfehlung: kräftige Fischgerichte, Südtiroler Spezialitäten, Schlutzkrapfen
Riesling
Riesling
Von Erzherzog Johann von Österreich im 19. Jh. nach Südtirol gebracht, ist die Riesling-Rebe fast schon Garantie für einen guten Weißwein.
Im Gegensatz zu den deutschen Vorbildern werden die Weine hier durchgegoren und mehrheitlich ohne oder nur mit sehr wenig Restsüße ausgebaut. Vor allem in den kühleren Regionen Eisacktal und Vinschgau entstehen Rieslinge mit feinem Pfirsich- und Zitrusaroma und einer tänzerisch-belebenden Säure.
Anbaufläche: 52 ha (1% der Anbaufläche)
Anbaugebiet: mehrheitlich im Eisacktal und Vinschgau
Erziehung: Pergel und Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: hohe Lagen, Schotterböden
Synonyme: Weißer Riesling, Rheinriesling
Serviertemperatur: 10-12 °C
Empfehlung: Meeresfrüchte, Austern, asiatische Gerichte, Vorspeisen
Sylvaner
Sylvaner
Der Sylvaner wird in Südtirol fast ausschließlich im Eisacktal angebaut, wo er vor allem die kühlen, aber dennoch sonnenverwöhnten, Hanglagen zwischen 500 bis 700 m ü.d.M schätzt. Hier entwickelt die Sorte sowohl genügend Körper als auch eine kernige Säure.
Typisch für den Sylvaner ist sein mineralisch-erdiger Duft, unterlegt von Aromen nach frischen Kräutern oder Heu.
Anbaufläche: 67 ha (1,3% der Anbaufläche)
Anbaugebiet: fast ausschließlich im Eisacktal, in geringem Umfang auch im Etschtal und im Bozner Talkessel
Erziehung: Pergel und Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: Hanglagen, Schotterböden
Synonyme: Grüner Silvaner, Johannisberg (Schweiz)
Serviertemperatur: 10-12 °C
Empfehlung: Vorspeisen, Speck, Spargeln, Fisch
Veltliner
Veltliner
Vor allem österreichische Winzer haben den Grünen Veltliner international salonfähig gemacht. In Südtirol konzentriert sich sein Anbau auf das Eisacktal.
Durch konsequente Ertragsbeschränkung und neue Kellertechnik hat sich der Veltliner zu einer angenehm würzigen und fruchtig-frischen Spezialität mit zarten Aromen von Blumen und Kräutern entwickelt.
Anbaufläche: 21 ha (0,41% der Anbaufläche)
Anbaugebiet: Eisacktal
Erziehung: Pergel und Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: Schotterböden
Synonyme: keine
Serviertemperatur: 8-10 °C
Empfehlung: Käse, Speck, leichte Vorspeisen, gebratener Fisch
Kerner
Kerner
Die deutsche Kreuzung aus Trollinger und Riesling, benannt nach dem schwäbischen Dichter Justinus Kerner, wird aufgrund ihrer Frostbeständigkeit vor allem in höheren Lagen des Eisacktals und Vinschgaus angepflanzt.
Die Sorte bringt rassig-würzige Weine mit dezenter Muskatnote hervor. Dank der reichen Aromafülle und dem fruchtig-feinen Bukett hat der Kerner das Potenzial, zu einem neuen Aushängeschild der Südtiroler Weinbauern zu werden.
Anbaufläche: 59 ha (1,14% der Anbaufläche)
Anbaugebiet: Eisacktal und Vinschgau
Erziehung: Pergel und Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: hohe Lagen, Schotterböden
Synonyme: keine
Serviertemperatur: 10-12 °C
Empfehlung: Vorspeisen, gegrillter Fisch, Gemüse-Terrinen
Müller Thurgau
Müller Thurgau
Benannt nach dem Schweizer Rebforscher Hermann Müller aus dem Thurgau, bringt diese weltweit erfolgreiche Neuzüchtung besonders spritzige, aromatische Weißweine hervor.

Nebst ihrem typischen Muskataroma entwickelt die Sorte im Eisacktal einen Duft nach Holunderblüten, im warmen Unterland finden wir eher Aromen von Nüssen und Steinfrüchten, während im Vinschgau mineralische Noten und dezenter Apfelduft vorherrschen.
Anbaufläche: 203 ha (3,93% der Anbaufläche)
Anbaugebiet: gesamtes Südtirol
Erziehung: vorwiegend Pergel
Bevorzugter Standort: vor allem Höhenlagen, Schotterböden
Synonyme: Riesling x Sylvaner (Schweiz), Rivaner (Deutschland)
Serviertemperatur: 10-12 °C
Empfehlung: leichte Vorspeisen, gebratene Süßwasserfische, Frischkäse
Sauvignon
Sauvignon
Diese sehr alte Rebsorte aus Frankreich wurde Ende des 19. Jhs. in Südtirol eingeführt. Sie wurde vor allem in den Hanglagen entlang der Etsch, von Salurn bis nach Meran, heimisch.
Der Sauvignon entfaltet in Südtirol sein rebsortentypisches Bouquet mit leicht „grünen Aromen“ von frisch gemähtem Gras und Stachelbeere und bringt sowohl knackig-frische Gewächse als auch voluminös-intensive Weine hervor.
Anbaufläche: 324 ha (6,27% der Anbaufläche)
Anbaugebiet: vom Unterland über Überetsch und Bozner Talkessel bis ins Etschtal, vereinzelt auch im Vinschgau
Erziehung: Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: vor allem Hanglagen mit Schotterböden
Synonyme: keine
Serviertemperatur: 10-12 °C
Empfehlung: Spargeln, gegrilltes Gemüse, Fisch, Ziegenkäse
Gewürztraminer
Gewürztraminer
Wie bereits der Name verrät, hat der Gewürztraminer seine Stammheimat im Südtiroler Weindorf Tramin. Der „Traminer“ war bereits im 13. Jh. im ganzen deutschsprachigen Raum ein Begriff. Lange geriet er dann fast in Vergessenheit. Heute zählt er zu den gefragtesten Weinen Südtirols.

Das verschwenderische Duftspektrum mit Noten von Rosenblättern, Nelken, Litschi und tropischen Früchten macht den Gewürztraminer zum Inbegriff einer Aromasorte. Mit seiner intensiven Farbe, dem vergleichsweise hohen Alkoholgehalt und seiner üppigen Textur ist er ein Meditationswein schlechthin.
Anbaufläche: 520 ha (10,5% der Gesamtfläche)
Anbaugebiet: vorwiegend im Unterland (Tramin, Kurtatsch), aber auch in den anderen Weinbauzonen Südtirols
Erziehung: alte Anlagen Pergel, neue Anlagen Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: kalkreiche, lehmige Böden
Synonyme: Traminer
Serviertemperatur: 10-12 °C
Empfehlung: Aperitif, asiatische Gerichte, Krustentiere (trockener Ausbau), Gänseleber, Pasteten (Weine mit Restsüße), Desserts und Käse (Süßweine)
Goldmuskateller
Goldmuskateller
Gut möglich, dass schon die Römer den Goldmuskateller nach Südtirol brachten, als sie 15 v.Chr. in die Täler vorstießen, die damals zum antiken Rätien gehörten.
Heute wird die Sorte in warmen Lagen des Etschtals zwischen Salurn und Meran kultiviert. Mit seinem angenehmen Muskatduft und dem ausgeprägt süßen Geschmack ist der Goldmuskateller ein beliebter Dessertwein und ein perfekter Aperitifwein, wenn er trocken ausgebaut wird.
Anbaufläche: 63 ha (1,21% der Gesamtfläche)
Anbaugebiet: Überetsch, Unterland, Etschtal, Bozner Talkessel
Erziehung: Pergel und Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: warme, tief gelegene Lagen
Synonyme: Muscat Blanc à Petits Grains, Muscat of Frontignan, Muskateller, Muscat Lunel, Moscato Giallo
Serviertemperatur: 8-12 °C
Empfehlung: Aperitif, Desserts, reifer Blauschimmelkäse