Rotweinsorten

Rosenmuskateller
Rosenmuskateller
Als Fürst Heinrich von Campofranco im Jahr 1851 von Sizilien nach Kaltern übersiedelte, brachte er Edelreiser der Sorte Rosenmuskateller mit.
Heute ist der vollmundige, aromatische und komplexe Süßwein mit intensivem Rosenduft eine gefragte Spezialität. Der Rosenmuskateller ist anspruchsvoll im Anbau und ergibt nur minimale Erträge von natursüßen Trauben, die wie ein Rotwein vergoren werden.
Anbaufläche: 15 ha (0,29 % der Gesamtfläche)
Anbaugebiet: Überetsch, Unterland, Bozner Talkessel, Etschtal
Erziehung: Pergel und Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: gut belüftete Lagen mit Schwemm- oder Schotterböden
Synonyme: Red Muscat
Serviertemperatur: 8-12 °C
Empfehlung: Mohnstrudel, Crêpes, Erdbeer- und Schokoladendesserts
Vernatsch
Vernatsch
Farnatzer oder Vernetzer – so lautet der ursprüngliche Name dieser autochthonen Rebsorte, die am Ende des Mittelalters erstmals schriftlich erwähnt wird und seit dem 16. Jh. eine zentrale Rolle im Südtiroler Weinbau spielt.
Der Vernatsch bringt leichte, gerbstoffarme Weine mit moderatem Alkoholgehalt und individuellem, gebietstypischem Charakter hervor. So gilt etwa der St. Magdalener als füllig, der Kalterersee als weich und der Meraner als eher würzig.
Anbaufläche: 1.157 ha (22,35% der Anbaufläche)
Anbaugebiet: gesamtes Südtirol
Erziehung: fast ausschließlich auf Pergel
Bevorzugter Standort: sowohl Schwemm- als auch Schotterböden
Synonyme: Trollinger (Deutschland), Schiava (Italien)
Serviertemperatur: 12-14 °C
Empfehlung: generell zu allen Vorspeisen, besonders zu Speck, Wurstwaren, Käse, traditioneller Südtiroler Hausmannskost, Kalbfleisch
Cabernet
Cabernet
Die Cabernet-Sorten sind in Südtirol seit etwa 150 Jahren heimisch. Durch konsequente Ertragsreduktion zeigt der Cabernet heute vor allem Aromen von schwarzen Johannisbeeren, Brombeeren und Gewürz. Ein Anflug von Pfeffer trägt zur Komplexität bei. Dank seiner dichten Struktur gehört der Cabernet zu den langlebigsten Rotweinen Südtirols.
Anbaufläche: 167 ha (3,24% der Anbaufläche)
Anbaugebiet: Unterland, Überetsch, Bozner Talkessel, Etschtal
Erziehung: hauptsächlich Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: tief liegende, warme Lagen mit lehmigen bzw. steinigen Böden
Synonyme: keine
Serviertemperatur: 16 - 18 °C
Empfehlung: Wildgeflügel, Lamm, klassische Fleischgerichte, Hartkäse
Malvasier
Malvasier
Der Malvasier ist eine natürliche Kreuzung zwischen Rotem Veltliner und Silvaner. Er wird nur in geringem Ausmaß entlang der Südtiroler Weinstraße angebaut.
Die Farbe des Weines ist hellrot mit lachsfarbenen Reflexen, der Duft ist etwas eigenwillig, aber dezent und angenehm blumig.
Anbaufläche: 0,94 ha (0,02% der Gesamtfläche)
Anbaugebiet: Bozen, Etschtal, Unterland, Überetsch
Erziehung: Pergel und Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: karge, kalkhaltige Böden
Synonyme: Malvasia
Serviertemperatur: 13-15 °C
Empfehlung: Fischgerichte, Hasenbraten, Huhn
Blauburgunder
Blauburgunder
Der Burgunderkönig unter den Rotweinen wird in Südtirol seit Mitte des 19. Jhs. angepflanzt. In mittelhohen, nicht zu trockenen Lagen entfaltet diese Sorte ihr volles Potential und ergibt gut strukturierte Weine, die den burgundischen Vorbildern oft verblüffend nahe kommen.
Typische Südtiroler Blauburgunder zeigen einen intensiven Duft nach roten und dunklen Beeren, Gewürz und Veilchen.
Anbaufläche: 344 ha (6,64% der Anbaufläche)
Anbaugebiet: hauptsächlich Unterland (Neumarkt und Montan), aber auch Überetsch, Bozner Talkessel, Etschtal und Vinschgau
Erziehung: hauptsächlich Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: kalkhaltige Schotterböden
Synonyme: Pinot Noir (Frankreich), Pinot Nero (Italien), Spätburgunder (Deutschland)
Serviertemperatur: 14-16 °C
Empfehlung: Wild, Wildgeflügel, Milchlamm, Kaninchen, Braten, Hartkäse
Lagrein
Lagrein
Er gehört – neben Blauburgunder und Vernatsch – zu Südtirols roten Leitsorten: der Lagrein, ein autochthoner, charaktervoller Wein, der in der Landeshauptstadt Bozen seine Wurzeln hat und gerade eine wahre Renaissance erlebt.

Der Lagrein beeindruckt mit Aromen von Waldbeeren, frischen Kirschen und Veilchen, im Gaumen zeigt er samtige Fülle und weiche Säure. Edle Würznoten durch den Ausbau in kleinen Eichenholzfässern verleihen den Topselektionen zusätzlichen Charme und Charakter. In der Rosé-Version wird der Wein auch „Lagrein Kretzer“ genannt.
Anbaufläche: 416 ha (8,04% der Anbaufläche)
Anbaugebiet: Bozner Talkessel, Unterland, Überetsch, Etschtal
Erziehung: alte Anlagen Pergel, neue Anlagen Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: tiefe Lagen mit warmen Böden (Sand, Kies, Bozner Porphyr)
Synonyme: keine
Serviertemperatur: 10-12 °C Lagrein Rosé, 16-18 °C Lagrein
Empfehlung: Wild, dunkles Fleisch, Hartkäse
Merlot
Merlot
Der Merlot wurde – gemeinsam mit anderen Bordeaux-Varietäten – vor rund 120 Jahren erstmals in Südtirol angepflanzt.
Diese frühreifende Sorte gedeiht vor allem in warmen Lagen auf tiefgründigen, lehmhaltigen Böden und ergibt fruchtige, körperreiche und vollmundige Weine mit südlichem Charme und weichem, reifem Tannin.
Anbaufläche: 200 ha (3,87% der Anbaufläche)
Anbaugebiet: vor allem Unterland, Überetsch und Bozner Talkessel, aber auch im Etschtal
Erziehung: hauptsächlich Drahtrahmen
Bevorzugter Standort: vor allem warme Lagen in der Talebene mit lehmhaltigen Böden
Synonyme: keine
Serviertemperatur: 14-16 °C
Empfehlung: Wild, Wildgeflügel, klassische Fleischgerichte, Hartkäse