Eine etwas niedrigere Alkoholgradation und ein höherer Säuregehalt sowie Frische und Frucht kennzeichnen die Südtiroler Weine des Jahrgangs 2014. Vor allem Weißburgunder und Sauvignon aus mittleren und höheren Lagen stehen sehr gut da. Der Vernatsch präsentiert sich typisch und einladend trinkig, viel versprechend sind auch der Blauburgunder aus den höheren Lagen und allgemein der Lagrein.

Das Jahr 2014 begann zunächst viel versprechend. Warme Temperaturen im Frühling brachten eine frühzeitige Blüte und einen frühen Austrieb der Reben mit sich. Dann folgten allerdings lang anhaltende Niederschläge und starkes Wachstum bei relativ kühlen Temperaturen. Den ganzen Sommer über gab es kaum längere Trockenphasen. Dies hatte teilweise ein Aufplatzen der Weinbeeren und damit ein erhöhtes Risiko für Pilzbefall zur Folge.
Die Bedrohung durch die Kirschessigfliege und Pilzkrankheiten forderten die Weinbauern zusätzlich heraus. Mit gezielten Eingriffen im Weinberg und entsprechendem Einsatz und Mehrarbeit bekamen Südtirols Winzer die Probleme aber gut in den Griff.
Vor allem die früh reifenden Sorten, die bereits Anfang September gelesen wurden, haben unter dem Wetter gelitten. Die mittleren und höheren Lagen konnten von der Schönwetterperiode von Ende September bis Anfang Oktober profitieren.
Durch eine arbeitsintensive Ernte und empfindlichen Ertragseinbußen ist es gelungen, einwandfreies und gesundes Lesegut an die Kellereien abzuliefern.

Die geringen Erntemengen bereiten allerdings allen Beteiligten einiges Kopfzerbrechen. Je nach Betrieb, Lage und Sorte liegen die Erntemengen zwischen 10 und 30 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Insgesamt wurden 2014 in Südtirol rund 290.000 Hektoliter Wein produziert, was gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 17 % entspricht.